2012.05.21 - az Limmattal - Florian Schmitz - Die Visualisierung musikalischer Rhythmen

Musik und Malerei

sind zwei Künste, die oft Hand in Hand gehen, aber sich nur schwer zu einer wahrhaften Symbiose vereinen lassen. Einer, der seinen eigenen Weg ging, um dieses Ziel zu erreichen, ist der Dietiker René Gubelmann. Der passionierte Maler und Musiker experimentierte lange, bis es ihm gelang, ein System zu entwickeln, um die Rhythmen des Schlagzeugs visuell auf die Leinwand zu übertragen. Am Samstag wurde die Ausstellung seiner neuen Werke in der Galerie a16 von Kunstsammler Pietro Schmeh eröffnet. Der Ur-Dietiker René Gubelmann wurde 1947 geboren und entwickelte schnell ein ausgeprägtes Interesse für Musik und bildende Kunst. So liess er sich gleichzeitig an der Kunstgewerbeschule in Zürich in Malerei und am Konservatorum in klassischem Schlagzeug ausbilden.

Ein langer Prozess

Nach mehreren Jahren als Schlagzeuger im Orchester von Radio Budapest spielte René Gubelmann eine Dekade lang bei der inzwischen aufgelösten Radio DRS Big Band und wandte sich wieder stärker der Malerei zu. Doch sein Hauptfokus lag auf der Fusion seiner beiden Leidenschaften. "Ich habe immer nach einer Verbindung der Malerei zur Musik gesucht, aber es war ein langer Prozess", stellt er rückblickend fest. Anfänglich experimentierte er mit der Umsetzung von Farb- in Musiktöne, doch die interessante Theorie stellte sich für ihn in der Praxis als wenig tauglich heraus und schränkte ihn bei der Farbgebung seiner Bilder zu stark ein. In der Folge wandte er sich von Melodien ab und beschäftigte sich stärker mit dem Rhythmus der Musik - was ihm als Schlagzeuger sowieso näher lag. Inspiriert von der Arbeit der konkreten Künstler ging er vom Rechteck als Basisform aus. Er wies jedem Notenwert ein jeweils schräg zur Seite gerichtetes Parallelogramm zu, auf das der Trommelschlag erfolgt. Seit fast 20 Jahren malt René Gubelmann nun mit diesem System rhythmisch bespielbare Gemälde und findet immer wieder neue spannende Herausforderungen. In vielen seiner neueren Bilder verschmelzen die einzelnen Rechtecke aufgrund der Geschwindigkeit der Rhythmen zu zusammenhängenden Linien. Vor kurzem hat er zudem dank dem Vibraphon wieder angefangen, Melodien in seine Kunstwerke fliessen zu lassen.

Lohnende Zusammenarbeit

Die gemütliche Atmosphäre in der Galerie a16 und die sehenswerte Kollektion von Galerist Pietro Schmeh trugen ihr Übriges zum Erfolg der Vernissage bei. Bereits am frühen Nachmittag schlenderten viele Besucher durch die Galerie und erfreuten sich an den ausgestellten Werken und den exotischen Leckereien. Für René Gubelmann und Pietro Schmeh hat sich die Zusammenarbeit auf jeden Fall gelohnt.

Text bearbeitet und gekürzt; RG