2007.09.25 - Limmattaler Zeitung LiZ - Helen Busslinger - René Gubelmann Performance im Parlamentssaal

Wenn Bilder tönen und Musik sichtbar wird

Inzwischen weiss man in Dietikon, dass René Gubelmann mehr kann als die meisten Maler und Musiker. Auf Einladung der Volkshochschule zeigte er erstmals, wie er bildhaft Groove und Beat des Rock, des Jazz, der lateinamerikanischen und afrikanischen Tänze entschlüsselt.

Herzschlag der Musik

Gubelmann erklärte im Dietiker Gemeinderatssaal, wie er zu seiner musikalischen Bildsprache gekommen ist - und zwar auf einfache und griffige Art, sodass man gebannt zuhörte. Bei den vorgeführten Kostproben erlebten die Gäste, wie Bilder tönen können – man spürte den Herzschlag der Musik. Dazwischen zählte Gubelmann einige Stationen seines künstlerischen Weges auf: Es ist ein Weg, der sich ständig verzweigt und immer wieder an andere Orte führt. Die Spuren, die Gubelmann legt, begannen mit seiner Ausbildung zum Schlagzeuger und zum Kunstmaler und führten zur Erfindung einer eigentlichen Bildsprache. Der Dietiker, der den 'Zürcher Konkreten' zuzuordnen ist, schuf immer wieder neue Rhythmik-Bilder und neuerdings auch Rhythmik-Plastiken. "Die Entwicklung ist noch lange nicht abgeschlossen", sagte Gubelmann und zeigte die neuesten Strich-Bilder, die auf unglaublich differenzierte Art dem Rhythmus und der Dynamik eines Musikstückes entsprechen. "Alle, die nicht hier waren, haben etwas verpasst", sagte Margrit Geiger von der Volkshochschule Dietikon.

Orchestrierte Bilder

Wenig bekannt ist die Tatsache, dass Gubelmann auch zur Aufführung gekommene Orchesterwerke gemalt hat: Etwa das Bild 'Momentum' (William Kraft), das an der Hochschule für Musik in Zürich von einem Schlagzeugorchester aufgeführt worden ist und das Gubelmann den Gästen zeigte. Weitere Bildkompositionen Gubelmanns beziehen sich auf die Partituren der Werke 'Toccata' (Anders Koppel), 'Sisu' (T.I.Lundquist), 'Les Echanges' (Rolf Liebermann) und 'Strahlen ferner Sterne im gewölbten Raum' (Edison Denisow).

 

Zwischen den Informationen erfreuten Gubelmann und 'sein' Pianist Willy Bischof ihre Gäste mit ausgesuchten Werken aus Jazz und lateinamerikanischer Musik. Es war ein Vergnügen, dem Pianisten mit seinem glasklaren Spiel und dem Schlagzeuger zuzuhören. Als die Frage aufkam, ob Gubelmann Bilder sieht, wenn er Musik hört, lautete die Antwort: "Ja klar, Bilder in allen Regenbogenfarben. Jene ganz persönlichen Bilder, welche Musik in mir auslösen."

Text bearbeitet und gekürzt; RG