Peter Killer, Kunstkommunikator, Olten

Pressetext

René Gubelmanns Bilder sehen ähnlich aus wie Werke vieler geometrischer Künstler. Präzise gemalt, klare Formen, die definierten Ordnungen folgen. Mit den berühmtesten Schweizer Konstruktivisten wie Bill, Lohse, Graeser ist René Gubelmann fern verwandt, aber nur fern, da diese bekanntlich ihre Werke ausnahmslos innerhalb eines Rechtwinkelsystems aufbauten. Der erste Blick täuscht. Bei René Gubelmanns Kunst geht es letztlich nicht um die Liebe zur Geometrie. 

René Gubelmann, 1947 in Zürich geboren, fühlt sich seit seiner Kindheit zur Malerei ebenso stark hingezogen wie zur Musik. Schlagzeuger wollte er werden und ist es geworden. Als Schlagzeuger mit Konservatoriumsabschluss hat er Karriere gemacht, wurde von Hans Moeckel in die unterdessen aufgelöste DRS-Bigband geholt. Er spielte mit Hazy Osterwald und sitzt heute noch am Wochenende hinter der Combo. 

Die Liebe zum Rhythmus und zur Malerei hat René Gubelmann verschmolzen, das scheinbar Duale ist zur Einheit geworden. Er weiss genau, dass man Musik letztlich nur hören und nie in ähnlichem Mass visuell erfahren kann. 

Jede Bildzeile auf Gubelmanns Rhythmus-Gemälden entspricht einem einzigen Takt. Ein Viervierteltakt beispielsweise besteht aus vier schräg nebeneinander gestellten Vierecken. Auf das Rhomboid ist René Gubelmann gestossen, weil die Rechteckformen es nicht erlauben, sie lesbar aneinander zu reihen. 

Als Schlagzeuger ist es für Gubelmann auch wichtig, wie der Ton erzeugt wird: Mit der linken oder rechten Hand. Je nachdem zeigt das Viereck nach links oder rechts. 

Der Begriff 'Klangfarbe' hat in unserem Wortschatz einen selbstverständlichen Platz. Töne haben aber nicht nur Farben, sondern auch eine Körperlichkeit. Sie lässt sich zwar nicht im Kubikmass messen, aber lässt sich empfinden. So ist es naheliegend, dass René Gubelmann Rhythmen auch in säulenartigen Konstruktionen räumlich dargestellt hat. René Gubelmanns Werk in zwei- und dreidimensionale Arbeiten aufzugliedern, macht aber keinen Sinn, denn so oder so geht es nur um ein Theme: Den Rhythmus.